Bettwanze im Schlafzimmer

Bettwanzen oder Flöhe? So erkennen Sie den Unterschied

Bettwanzen von Flöhen zu unterscheiden ist wichtig, denn Verwechslungen kosten Zeit und erschweren die Bekämpfung eines Befalls. Beide sind kleine, blutsaugende Insekten, deren Bisse stark jucken, aber sie sehen sehr unterschiedlich aus und verhalten sich anders. Wenn Sie einige klare visuelle Merkmale kennen und typische Bissmuster erkennen, können Sie besser einschätzen, womit Sie es zu tun haben und welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind.

Visuelle Bestimmung: Bettwanzen im Vergleich zu Flöhen

Auf den ersten Blick sind beide Schädlinge winzig, schnell und bräunlich, doch Körperform und Bewegungsweise liefern verlässliche Hinweise. Bettwanzen sind abgeflachte, ovale Insekten, die sich krabbelnd und käferähnlich fortbewegen. Flöhe sind seitlich zusammengedrückt, schmal wie ein Reiskorn und zum Springen gebaut. Beobachten Sie die Bewegung des Insekts – das ist oft der einfachste Weg, sie zu unterscheiden.

Ausgewachsene Bettwanzen sind meist 4–7 mm lang, etwa so groß und geformt wie ein Apfelkern, mit einem breiten, flachen, ovalen Körper im ungefütterten Zustand und einem länglicheren, aufgeblähten Aussehen nach einer Blutmahlzeit. Sie sind rötlich‑braun, besitzen sechs Beine, keine Flügel und kurze Fühler. Ihr Körper wirkt gegliedert, mit feinen Härchen und einem deutlich abgerundeten Hinterleib. Junge Bettwanzen (Nymphen) ähneln kleineren, helleren Erwachsenen und können vor ihrer ersten Blutmahlzeit fast durchscheinend wirken.

Flöhe sind deutlich kleiner als erwachsene Bettwanzen, typischerweise 1,5–3 mm lang, mit einem seitlich abgeflachten Körper, der es ihnen ermöglicht, sich zwischen Tierhaaren hindurchzubewegen. Sie sind dunkelbraun bis fast schwarz und haben kräftige Hinterbeine, mit denen sie mehrere Zentimeter hoch springen können. Unter Vergrößerung wirken Flöhe schlank und schmal, mit einer glatten, glänzenden Oberfläche, während Bettwanzen breiter und eher plattenartig aussehen. Wenn Sie ein Insekt sehen, das in schnellen Sprüngen davonschießt statt gleichmäßig zu krabbeln, handelt es sich fast sicher um einen Floh und nicht um eine Bettwanze.

Auch der Fundort des Insekts kann bei der Bestimmung helfen, ist aber nicht absolut zuverlässig. Bettwanzen verstecken sich bevorzugt in Ritzen und Nähten in der Nähe von Schlafplätzen, etwa an Matratzennähten, Lattenrosten, Bettgestellen und angrenzenden Möbeln. Flöhe findet man eher in Tierkörbchen, Teppichen und Bereichen, in denen sich Haustiere häufig aufhalten oder bewegen. Bei starkem Befall können sich beide jedoch über diese bevorzugten Zonen hinaus ausbreiten, daher bleiben körperliche Merkmale und Bewegungsmuster die zuverlässigsten Unterscheidungsmerkmale.

Aussehen und Muster der Bisse

Obwohl Bisse von Bettwanzen und Flöhen beide sehr stark jucken und anfangs ähnlich aussehen können, zeigen sie oft unterschiedliche Muster auf der Haut. Wenn Sie diese Muster und die betroffenen Körperstellen beachten, lässt sich besser eingrenzen, welches Insekt Sie plagt. Individuelle Reaktionen sind unterschiedlich, dennoch treten bei vielen Menschen typische Auffälligkeiten auf.

Bettwanzenbisse erscheinen meist als kleine, erhabene, rötliche Quaddeln, die oft ein dunkleres Zentrum und einen etwas helleren Hof darum aufweisen. Sie treten häufig in Gruppen oder in einer Linie auf, die umgangssprachlich auch „Frühstück, Mittag- und Abendessen“ genannt wird. Diese Linien folgen meist Bereichen, in denen die Haut auf Matratze oder Bettlaken aufliegt, zum Beispiel an Armen, Schultern, Nacken, unterem Rücken oder an den Körperseiten. Bettwanzen stechen nachts, während Sie ruhig liegen, bewegen sich über unbedeckte Haut und stechen mehrfach hintereinander – das erklärt die linearen oder zickzackförmigen Muster.

Flohbisse sind in der Regel kleiner als Bettwanzenbisse und zeigen oft ein rotes Zentrum mit einem rosafarbenen oder roten Hof. Sie können kleine Gruppen bilden, ordnen sich aber seltener in sauberen Reihen an. Flöhe beißen am häufigsten an den Unterschenkeln, Knöcheln und Füßen – also an Hautpartien, die nahe am Boden sind und von Teppichen oder Tierlagern aus leicht zu erreichen sind. Viele Menschen bemerken die Bisse, nachdem sie durch einen befallenen Bereich gelaufen sind, etwa über einen Teppich, auf dem das Haustier gelegen hat. In vielen Fällen setzt der Juckreiz durch Flohbisse schnell ein, manchmal innerhalb von Minuten.

Die Körperregion liefert einen hilfreichen, wenn auch nicht absolut sicheren Hinweis. Bisse rund um Knöchel, Füße und Unterschenkel, insbesondere wenn Haustiere im Haushalt leben, deuten eher auf Flöhe hin. Bisse am Oberkörper, die mit dem Bett in Kontakt kommen und vor allem über Nacht neu auftreten, sprechen eher für Bettwanzen. Allerdings können beide Insekten nahezu überall am Körper stechen, wenn sich die Gelegenheit bietet, und manche Menschen reagieren verzögert oder nur schwach. Aufgrund dieser Unterschiede sollte das Aussehen der Bisse als Orientierung verstanden werden, nicht als endgültiger Beweis.

Hinweise in der Umgebung und am Wirt

Neben den Insekten und den Bissspuren selbst liefert oft die Umgebung entscheidende Hinweise. Bettwanzen hinterlassen charakteristische Spuren an Bettwäsche und Möbeln, während Flöhe sich eher über Anzeichen am Tier und auf weichen Oberflächen verraten. Wer nach diesen Kennzeichen sucht, kann seinen Verdacht untermauern und gezielt entweder gegen Bettwanzen oder gegen Flöhe vorgehen.

Ein Bettwanzenbefall führt meist zu dunklen Flecken auf Bettlaken, Matratzennähten und in angrenzenden Ritzen. Dabei handelt es sich um winzige schwarze oder dunkelbraune Kotspuren, die oft wie Pfefferkörner oder Tintenpunkte eines Filzstifts beschrieben werden. Außerdem lassen sich helle, leere Hüllen von abgestreiften Hautresten sowie kleine, weißliche Eier in geschützten Spalten finden. Bei starkem Befall kann sich in geschlossenen Räumen ein süßlich‑muffiger Geruch entwickeln. Lebende Bettwanzen oder ihre abgestreiften Hüllen in Matratzennähten, hinter dem Kopfteil oder in Möbelverbindungen in Bettnähe sind ein sehr deutlicher Hinweis darauf, dass Bettwanzen die Ursache der Bisse sind.

Flöhe machen sich dagegen vor allem durch Anzeichen am Haustier und an dessen Ruheplätzen bemerkbar. Ein typisches Merkmal ist sogenannter „Flohkot“, also Flohkotkrümel, die überwiegend aus verdautem Blut bestehen. Er sieht aus wie schwarzer Pfeffer, der durch das Fell oder auf die Unterlage gestreut ist. Legt man solchen Flohkot auf ein feuchtes weißes Tuch, verfärbt er sich zu rötlich‑braunen Streifen. Haustiere kratzen, beißen oder lecken sich häufig intensiv, besonders im Bereich von Rücken, Schwanzansatz und Innenschenkeln. Mitunter sieht man Flöhe auch direkt auf Socken oder Beinen umherhüpfen, wenn man über befallene Teppiche läuft.

Auch der zeitliche Verlauf der Beschwerden kann bei der Unterscheidung helfen. Bettwanzenbisse treten häufig nach einer Nacht Schlaf auf und können erst Stunden bis Tage später sichtbar werden, wenn der Körper reagiert. Flohbisse am Menschen erscheinen oft rasch nach dem Kontakt, zum Beispiel nach dem Aufenthalt auf dem Boden, an einem Lieblingsplatz des Haustiers oder im Freien in einem flohbefallenen Gebiet. Wer Bissmuster, betroffene Körperregionen, Umgebungsmerkmale und die Anwesenheit oder Abwesenheit von Haustieren zusammen betrachtet, kann in den meisten Fällen recht sicher zwischen Floh- und Bettwanzenproblemen unterscheiden.

Fazit

Die Unterscheidung zwischen Bettwanzen und Flöhen beruht im Wesentlichen auf drei Säulen: dem Aussehen und der Bewegung des Insekts, dem Ort und Muster der Bisse sowie den Spuren in der Umgebung. Bettwanzen sind größer, oval und krabbelnd; sie hinterlassen in Reihen angeordnete Bisse an oberen Körperpartien und dunkle Punkte auf der Bettwäsche. Flöhe sind winzig, seitlich abgeflacht und springen; sie bevorzugen Knöchel und Haustiere und hinterlassen Flohkot im Fell und in Teppichen. Nutzen Sie diese Anzeichen gemeinsam, um den Schädling zu bestimmen und gezielt vorzugehen, und holen Sie sich bei Unsicherheit oder starkem Befall frühzeitig fachkundige Hilfe.

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